Weinprobe
Die Weinprobe dient dazu, meist mehrere Wine in einer kleinen Runde von Weinspezialisten, Sommeliers oder auch Weinliebhabern zu beurteilen. Man unterscheidet zwei Arten von Weinproben:
Degustation: Experten beurteilen den Wein mit der Absicht ihre Beurteilund zu veröffentlichen
Weinseminar: Laien kosten verschiedene Weine und der Anleitung eines Experten im Rahmen eines geselligen Weinseminares
Eine Weinprobe wird in mehreren Phasen durchgeführt. Zunächst muss Weißwein kühl serviert werden, d.h. nicht direkt aus dem Kühlschrank, sodass er eine Temperatur von zehn bis zwölf Grad hat. Rotwein sollte eine Temperatur von 14 bis 15° C haben. Höhere Temperaturen beeinträchtigen die Geruchswahrnehmung durch aufsteigendem Alkohol.
Utensilien für Weinproben
Für eine Weinprobe braucht man bestimmte Utensilien, wie z.B. Gläser, die sauber, farblos und nach oben kelchförmig geöffnet sind (Degustationsgläser nach ISO 3591). Im Privatem Rahmen kann man Gläser nehmen, die 20 cl Flüssigkeit fassen und aus dünem und klarem Glas bestehen. Die Gläser sollten bauchförmig nach oben hin verjüngend, da durch die große Flüssigkeitsoberfläche und die kleinere Öffnung bleiben die Aromen länger bestehen. Die oft anzutreffenden Römerkelche sind für eine Weinprobe eher ungeeignet, da sie dickwändig sind, und so eine Reinheits- und Farbenbeurteilung erschwert wird. Zu einer Weinprobe braucht man zusätzlich Weißbrot, nicht sprudelndes Mineralwasser, und Gefässe zum Ausspucken des nicht getrunkenen Weines.
Weingeschmack – alles eine Frage der Balance
Ganz nüchtern betrachtet ist Wein ein aus Trauben gepresstes Getränk. So einfach darf man es sich natürlich nicht machen. Die Herstellung von Wein ist eine sehr alte Kulturtechnik, die bis heute bis ins letzte Detail fortlaufend perfektioniert wird. Schließlich handelt es sich bei einem Wein nicht um einen schnöden Traubensaft, sondern um ein Getränk mit einer sehr komplexen Geschmacksausbildung. Doch welche Geschmackskomponenten gehören zu einem guten Wein?
Gerade bei den Weißweinen ist es die Säure, die beim Probieren einen ersten Eindruck hinterlässt. Was im ersten Moment als dominanter Eindruck wahrgenommen wird, gehört unbedingt zum harmonischen Geschmack dazu. Ohne die säuerliche Note schmeckt ein Wein fad. Auf der anderen Seite sind sehr saure Weine in der Regel keine sehr qualitativen Varianten ihrer Gattung. Wie bei so vielem kommt es auf die harmonische Balance an. Zwischen der sauren Note und dem fruchtigen Geschmack muss ein Gleichgewicht herrschen, das im Fall des Rotweins ebenso mit seinen charakteristischen Tanninen harmonieren muss. Wie es der Name schon vermuten lässt, bezeichnet der Körper des Weines die geschmackliche Gesamtheit, die aus dem Säuregehalt, den Tanninen, der Intensität des Fruchtaromas und dem Alkohol besteht.
Die Tannine stammen aus der Schale, den Kernen und der Stielen der Trauben. Bei der Herstellung von Rotweinen werden eben diese beim Gärprozess an den Trauben belassen. Anders verhält sich dies beim Weißwein, bei dem die Trauben ohne dieses Beiwerk vergoren werden. Sie sind jedoch für den typischen bitteren Geschmack eines Rotweins verantwortlich. Es gibt zwar auch tanninhaltige Weißweine, doch erhalten diese die Gerbstoffe über die Lagerung in Eichenfässern. Der Chardonnay ist ein bekannter Vertreter dieser Weißweine.
Beim Trinken kommt es also auf den Gesamteindruck an. Vielfach wird zusätzlich vom „Abgang“ des Weines gesprochen. Dieser bezeichnet, wie nachhaltig der Geschmack des Weins am Gaumen wirkt. Es wird zwar darauf hingewiesen, dass ein langer Abgang auf die Qualität eines Weines hinweist, doch darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch ein langer Abgang einen nicht besonders qualitativen Geschmack zum Grund haben kann und diese Faustregel damit ins Leere laufen lässt.
