Blauer Portugieser

Diese rote Rebsorte ist im gesamten Donaubereich bis hinunter nach Südosteuropa verbreitet. Sie trägt deshalb auch regional verschiedene Namen. Die Traube soll im 18. Jahrhundert von Portugal nach Österreich gelangt sein. Von dort aus verbreitete sie sich auch in die deutschen Anbaugebiete, besonders in die Pfalz und nach Rheinhessen. Ob die Traube tatsächlich aus Portugal stammt, ist sehr ungewiss, da sie dort völlig unbekannt ist. Der Legende widersprechend scheint es eher wahrscheinlich, dass Österreich ihre Heimat ist.

Produziert wird aus dieser Weinsorte vorrangig ein rubinroter einfacher Wein. Er zeichnet sich durch seine frische Säure aus und einen im Geschmack leichten Körper. Weiterhin gilt er als süffig, angenehm,vollmundig und frisch und passt sehr gut zu leichten Speisen. Der Blaue Portugieser wird auch oft als Rosé ausgebaut und dann als „Weißherbst“ gehandelt. Ertragsreduzierte Weinberge können einen Blauen Portugieser liefern, der nach langer Maischegärung sowie anschließendem Ausbau im Eichenfass (Barrique) auch gehaltvolle und schwere Rotweine hoher Qualitätsstufen hervorbringen kann. In Rheinhessen ist die Rebsorte zur Herstellung von Selektionsweinen zugelassen.

Auch als Tafeltraube ist diese Sorte sehr gut geeignet, kann vom Handel aber nicht angeboten werden, da Keltertrauben in der Europäischen Union nicht vertrieben werden dürfen.

Mit dem Blauen Portugieser sind in Deutschland etwa 6,5 Prozent der Rebfläche bestockt, während es in Österreich nur etwa 4,2 Prozent sind. In beiden Ländern liegt er jedoch an dritter Stelle in der Beliebtheitsskala der roten Rebsorten.

Der Weinstock treibt mittel früh aus und ist deshalb kaum von späten Frühlingsfrösten betroffen, allenfalls von letzten Frösten Anfang Mai. Er hat einen späten Blütezeitpunkt, ist aber dennoch früh reifend. Da die Sorte einen kräftigen Wuchs hat, sind die Erträge auch meistens recht hoch, zumal sie ausgesprochen rieselfest ist. Die Rebsorte gedeiht auf fast allen Böden und akzeptiert auch flache Lagen.

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